Do., 29.10.2026, 01:00 – Fr., 30.10.2026, 01:00
Sinema Transtopia
Lindower Str. 20/22/Haus C, 13347 Berlin
Filmprogramm im Sinema Transtopia
Filmreihe: feminist migrant queer | legacies presents futures
60 Jahre DFFB: Zum Jubiläum befragt eine Filmreihe Bezüge zwischen Vergangenheit und Gegenwart der Akademie. Drei Schlaglichter – feminist, migrant, queer – rücken Perspektiven ins Licht, die bis heute um Sichtbarkeit kämpfen müssen: Frauen, die für Gleichberechtigung stritten, Studierende mit migrantischen und internationalen Biografien, und ein queeres Kino, das seinen Begriff neu verhandelt.
Do 29.10., 20:00 Uhr — Terms of Encounter

„Terms of Encounter” greift ein intersektionales Programm über migrantische Präsenz an der DFFB wieder auf und stellt die Frage, wie dieses mit ungeschriebenen Schwarzen Perspektiven in Deutschland – in der Vergangenheit und in der Zukunft – verknüpft sein könnte. Das Filmkollektiv Blickpilotin e.V. (Kathrin Schulz, Regina Holzkamp, geb. Schütze, Maria Schmidt, Stefanie Hetze und Madeleine Bernstorff) wurde 1989 gegründet, um feministisches Arthouse-Kino zu fördern und zu programmieren. Im Jahr 1998 organisierten Schütze und Beate Spille unter dem Titel „Begegnungen mit afrikanischen Regisseurinnen” eine Filmvorführung mit Werken von Frauen aus Kenia und Simbabwe, die in Deutschland lebten und an der DFFB studierten. Das Programm fand im Emitaay (ehemals K.O.B.) statt, einem besetzten Haus und Kulturraum in der Potsdamer Straße in Berlin-Schöneberg, und zeigte studentische und unabhängige Werke von Wanjiru Kinyanjui, Tsitsi Dangarembga und Auma Obama, begleitet von einem Vortrag von Marie-Hélène Gutberlet. „Terms of Encounter” setzt das historische Programm in einen neuen Kontext: Eine Performance von Mmakgosi Kgabi stellt Griffiths und Herings frühe Forschungen zu den Filmen von Monalisa A.J. Godeffroy vor, einer Filmstudentin aus Swasiland (heute Eswatini), die ab 1977 an der DFFB studiert hatte. Besonderer Dank gilt Birgit Kohler, Branwen Okpako, Michael Meert, Don Edkins und Priscilla Layne.
Performance: Mmakgosi Kgabi
ca. 10 Min.
Black in the Western World
Regie: Wanjiru Kinyanjui · Kamera: Beatrix Deller, Elke Götz · Mit: Paul Ford, Tsitsi Dangarembga, Natalie Asfaha, Sheya Felix Kaluapa
D 1992 · 16mm · 23 Min. · Deutsch, Englisch · ohne UT
Anfang der 1990er beschäftigt sich die kenianische DFFB-Studentin Wanjiru Kinyanjui damit, wie sich Schwarzsein in Deutschland anfühlt. Rassistisches Material aus der deutschen Alltagskultur trifft auf Gespräche mit Schwarzen Menschen in Europa. — Quelle: Berlinale, Fiktionsbescheinigung
Die Schönheitsverschwörung
Regie: Tsitsi Dangarembga · Kamera: Rainer März
D 1994 · digital · 12 Min. ·Deutsch, Englisch · deutsche UT (bei den engl. Teilen)
Tsitsi Dangarembgas dokumentarisch-ethnografisches Video „Die Schönheitsverschwörung” untersucht mit ironischem Nachdruck einen Afro-Beauty-Shop in der Kantstraße in Berlin. Kundinnen und Kunden schildern ihre Erlebnisse im Berlin der Nachwendezeit und vermitteln gleichsam eine kleine Warenkunde über Haarglätter und Bleichcremes. Die sozialen Auswirkungen vorherrschender Schönheitsideale werden auf vielfältige Weise deutlich. — Quelle: Filmmuseum Potsdam
All That Glitters
Regie: Auma Obama · Kamera: Menga Huonder-Jenny · Mit: Barphe Enow, Sandy Bacher, Cyrill Berndt
D 1993 · 16mm · 21 Min. · Englisch · ohne UT
Es ist Anfang der 1990er Jahre, und Wendo (Barphe Enow) sieht sich einen Fernsehbericht an, in dem über die rechtsextremen Gewalttaten in Deutschland berichtet wird, die zu den Morden an Amadeu Antonio, Jorge João Gomondai, Mahmud Azhar u.a. sowie den fremdenfeindlichen Brandanschlägen in Solingen führen sollten. Sie und ihr Kind, Achieng (Sandy Bacher), vertrauen einem hilfsbereiten Fremden (Cyrill Berndt) im Park, der sich in ihr Leben einmischt.
Kuratiert von Karina Griffith und Tobias Hering
Gast: Mmakgosi Kgabi
Fr 30.10., 18:00 Uhr — Breaking the Waves

Wie das Meer und seine Wogen (1980) ist der zweite Teil einer Trilogie, die Edna Politi an der DFFB begann und die sich filmisch mit dem palästinensisch-israelischen Konflikt auseinandersetzt. Mit dem Dokumentarfilm Für die Palästinenser – eine Israelin berichtet (1974) zeigt die im Libanon geborene jüdische Filmemacherin die Situation der palästinensischen Bevölkerung und die Unterdrückung und Ausbeutung derselben durch die israelische Gesellschaft. Ihr letzter Teil Anou Banou oder Die Töchter der Utopie (1983) befragt die Rolle der Frau innerhalb der Kibbuz-Bewegung und die Staatsgründung Israels. Wie das Meer und seine Wogen, der ebenfalls mit dem Kleinen Fernsehspiel entstand, ist der einzige Spielfilm der Reihe und verhandelt den Konflikt entlang einer Beziehung zwischen zwei Frauen, die im Libanon gemeinsam zur Schule gegangen sind und sich im Pariser Exil wiederfinden. Eva ging als Jüdin nach Jerusalem, Samia blieb als Muslimin in Beirut. Edna Politi studierte zwischen 1971 und 1975 an der DFFB, ihr Abschlussfilm wurde jedoch erst 1980 fertiggestellt. Bei der Vorführung handelt es sich um die Deutschlandpremiere der restaurierten Fassung. Der Film macht deutlich, wie die Stichwörter des Jubiläumsprogramms – feminist, migrant, queer – miteinander verwoben sein können, und zeigt außerdem schmerzlich, wem es möglich ist, zurückzukehren.
Wie das Meer und seine Wogen
Regie: Edna Politi · BRD 1980 · DCP · 93 Min. · Französisch, Hebräisch, Arabisch mit deutschen UT
Kuratiert von Fiona Berg, Sophie Holzberger und Arisa Purkpong
Gast: Edna Politi
Fr 30.10., 20:30 Uhr — Queer Fantasies

In Auf Raben zu treffen inszeniert Barbara Teufel eine Liebesgeschichte zwischen Friedrich II. und Voltaire als spielerischen Tanz der Aufklärung, während Angelika Levis Sexparty das lustvolle Fragment eines verlorenen lesbischen Films darstellt. Der Schwenk einer Überwachungskamera gibt im Social Spot für MANEO eine Ahnung von der Dystopie, die Carlos Pereira in seinem enigmatischen Kunstfilm Slimane elegant in filmischen Niemandsländern skizziert. Elke Götz’ Mein ist Dein ganzes Herz zeigt das fantastische Leben einer lesbischen Angestellten, die sich zwischen dem barocken Rollenspiel mit ihrer Mutter und der Liebe zu einer Metzgerin entscheiden muss.
Auf Raben zu treffen
Regie: Barbara Teufel · D 1990 · 16mm · 4 Min. · Deutsch · ohne UT
Sexparty
Regie: Angelika Levi · BRD 1987 · Super 8 · 10 Min. · ohne Dialog
Überwachungskamera
Regie: Christoph Heller · D 2006 · 35mm · 1 Min. · ohne Dialog
Slimane
Regie: Carlos Pereira · D 2023 · DCP · 19 Min. · Deutsch mit englischen UT
Mein ist Dein ganzes Herz
Regie: Elke Götz · D 1992 · digital · 50 Min. · Deutsch mit englischen UT
Kuratiert von Toby Ashraf und Sophie Holzberger
Gäste: Barbara Teufel, Angelika Levi, Carlos Pereira, Elke Götz u.a.